Akkus für die Zukunft
Lithium-Ionen-Technologie zur Energiespeicherung
Eine Schicht und dann ans Netz! Diese Gleichung gilt nach wie vor für die meisten Flurförderzeuge mit Elektronantrieb. Wer seine Flurförderzeuge im Mehrschichtbetrieb einsetzt, benötigt aus diesem Grund zusätzliche Batteriesätze zum Wechseln.
Um den Kunden künftig komfortablere Lösungen anzubieten, wird seitens der Flurförderzeugehersteller an verschiedenen Fronten geforscht und entwickelt. Zum einen geht es um Energieeinsparung. Energie, die nicht verbraucht wird, ist bekanntlich die günstigste. Daneben wird auch an neuen Speichermedien gearbeitet.
Last but not least müssen auch die verschiedenen Antriebsalternativen erwähnt werden. Vor allem die Brennstoffzelle dürfte eine große Zukunft in Flurförderzeugen bevorstehen, wie bereits jetzt Studien namhafter Hersteller andeuten. Bis sie serienreif sind, werden jedoch noch einige Jahre ins Land gehen, in denen weiterhin auf die gute alte Traktionsbatterie zurückgegriffen wird.
Mit dem Lithium-Ionen-Akkus steht bereits ein Nachfolger in den Startlöchern. Sie weisen bezüglich des Lade- bzw. Entladeverhaltens eine deutliche Effizienzsteigerung im Vergleich zu herkömmlichen Bleibatterien auf. Sie halten doppelt so lange und sind zudem wartungsfrei. Ein spezielles Batteriemanagement gewährleistet, dass die Zellen permanent kontrolliert werden. Sie sind mit etwa einem Drittel des Volumens und einem Viertel des Gewichtes deutlich kompakter und leichter als Bleibatterien. Dies führt zukünftig zu einer spürbaren Verringerung des Fahrzeuggewichtes.
Im Gegensatz zu Bleibatterien kann die Kapazität der Lithium-Ionen-Akkus fast zu 100 Prozent genutzt werden. Eine Tiefenentladung ist durch den Einsatz des Batteriemanagement-Systems praktisch ausgeschlossen. Ein weiterer positiver Aspekt liegt in der Schnellladefähigkeit der Lithium-Ionen- Akkus. Zum kompletten Wiederaufladen des Akkumulators wird zukünftig nur noch eine Stunde benötigt. Ein Wechsel der Batterie ist somit in vielen Fällen unnötig.
Auf die Lithium-Ionen-Technologie setzt auch Jungheinrich. Der Hersteller präsentierte auf der letzten CeMAT seine Fahrzeugstudie „Concept ‘08“. Dabei handelt handelt es sich um einen Niederhubwagen zum Mitfahren mit einem komplett neuen Energiespeicher- und Antriebskonzept: Lithium-Ionen-Akkus plus Direktantrieb sorgen zukünftig für noch mehr Energieeffizienz als die bereits heute bei Jungheinrich serienmäßig eingesetzte Drehstromtechnik.
Die Batterietechnik wird außerdem eine deutlich kompaktere Bauweise und damit auch komplett neue Fahrzeugkonzepte sowie eine verbesserte Ergonomie erlauben.
Der Direktantrieb ist eine Weiterentwicklung der bereits sehr effektiven und umweltfreundlichen Drehstromtechnologie, die heute in nahezu allen Elektrostaplern von Jungheinrich zum Einsatz kommt. Er ermöglicht in Verbindung mit den Lithium-Ionen-Batterien deutlich größere Fahrzeug-Reichweiten und kürzere Ladezeiten als bisher.
Einen Entwicklungschub für die Lithium-Ionen-Technologie hat es vor allem durch den hohen Bedarf auf seiten der Automobilindustrie gegeben. Nahezu alle namhaften Automobilhersteller arbeiten derzeit an Lösungen, die Lithium-Ionen-Technologie in ihren Hybrid-Elektro-Fahrzeugen reif, d. h. sicher zu machen und in den Markt einzuführen.
So auch der Automobilzulieferer Bosch der jetzt mit Samsung ein Joint-Venture zur Entwicklung und Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien für alternative Antriebe im Automobil eingegangen ist.
Auch das Entwicklungspotenzial in der Flurförderzeugebranche ist hoch, wie Dr. Thorsten Schmidt, Abteilungsleiter Maschinen und Anlagen beim Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), bestätigt:"Obwohl die Staplerhersteller, bedingt durch die erforderliche Erzielung einer hohen Einsatzdauer, von jeher nicht im Verdacht standen, besonders fahrlässig mit der Ressource Energie umzugehen, haben sie sich dem allgemeinen Trend folgend auf breiter Front der Optimierung der Energienutzung angenommen. Hier sind noch viele Innovationen zu erwarten."
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