24.04.2008

Logistik unter Strom

Automatisiert (v.l.): Rolf Meyer, Michael Meyer, Prof. Klaus Kunke, Boris Pistorius, Christian Wulff und Udo Hardieck (Vorstand Gerry Weber) starten die Logistikanlage

Meyer & Meyer nimmt automatisiertes Verteilzentrum in Betrieb

Mit innovativen Technologien die Zukunft gestalten - unter diesem Motto nahm der Osnabrücker Textillogistikspezialist Meyer & Meyer Mitte April 2008 ein automatisiertes Logistikzentrum für textile Liegeware in Betrieb. Gemeinsam mit Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und Oberbürgermeister Boris Pistorius drückten die Inhaber und Geschäftsführer Michael und Rolf Meyer den Startknopf für das automatisierte Logistikzentrum. Mit Hilfe der automatisierten Logistikanlage will das Unternehmen jährlich bis zu 15 Millionen Teile abwickeln. Den Ausschlag für die Investition am Standort Osnabrück gab ein Vertrag zur Übernahme der weltweiten Hänge- und Liegewarenlogistik für Gerry Weber.

Meyer & Meyer führt das komplette Lager- und Logistikmanagement für die weltweit produzierten Fertigwaren des Mode- und Lifestyle-Unternehmens aus Halle, Westfalen durch. Eine entsprechende Vertragsvereinbarung mit einer Laufzeit von fünf Jahren hatten beide Unternehmen im Sommer 2006 unterzeichnet. Mit der automatisierten Logistikanlage betritt Meyer & Meyer innerhalb der Textillogistikbranche technologisches Neuland. Das Investitionsvolumen betrug nach Aussage der Osnabrücker insgesamt 14 Mio. Euro.

Auf über 27.000 m² Grund hat das Unternehmen bisher 5.796 m² Nutzfläche bebaut. Weitere 8.530 m² stehen bei Bedarf als Erweiterungsfläche zur Verfügung. Im Inneren der Logistikhalle dominiert Technik das Bild. Ein automatischer Sorter soll für ein zuverlässiges Sortieren der Ware nach Kundenaufträgen sorgen, in einem automatisierten Kartonlager können bis zu 85.000 Kartons kurzfristig gelagert werden, und 10.000 Kartons mit 150.000 bis 200.000 Teilen Inhalt können das Logistikzentrum in Spitzenzeiten über sieben Verladetore täglich verlassen.

"Die Automatisierung unserer logistischen Abläufe verschafft uns wichtige Wettbewerbsvorteile und ist Bestandteil unserer Wachstumsstrategie", sagt Michael Meyer. Aber nicht nur das Streben nach einem wirtschaftlich gesunden Wachstum treibt das Unternehmen an - auch eine umweltgerechte Technik spielt für die Textillogistiker nach eigener Aussage eine überaus wichtige Rolle. "Durch regenerative Energieerzeugung, zahlreiche Energiesparmaßnahmen, umfangreiche
Recyclingkonzepte und die frühzeitige Anwendung technischer Innovationen wollen wir aktiv zum Umweltschutz beitragen", sagt Michael Meyer.

Kernstück der zukünftigen Warenverteilung: Die automatische Sorteranlage wurde insbesondere unter dem Aspekt eines hohen Durchsatzes konzipiert

Im neuen Logistikzentrum will das Unternehmen zeigen, dass sowohl die Geschäftsführung als auch die Mitarbeiter dieses Bekenntnis zur Umwelt ernst nehmen. Auf dem Dach des neuen Logistikzentrums installierte Meyer & Meyer eine der größten Photovoltaikanlagen Norddeutschlands und nahm diese gemeinsam mit dem Logistikzentrum in Betrieb.

Das Investitionsvolumen für fast 2.000 m² Sonnenkollektoren beträgt 1 Millionen Euro. Die Photovoltaikanlage mit 1547 kristallinen Modulen wird eine Maximalleistung von 270 kWp haben. Bei 900 Sonnenstunden pro Jahr werden rund 243.000 kwh Strom erzeugt. Den regenerativ erwirtschafteten Strom speist Meyer & Meyer unmittelbar in das Netz der Stadtwerke ein. Die eingespeiste Menge reicht aus, um 70 Einfamilienhäuser mit so genannter "sauberer" Energie zu versorgen. Gleichzeitig reduziert sich der CO2-Ausstoß um bis zu 140 t pro Jahr.

Dem Projekt liegt ein besonders innovatives Finanzierungskonzept zugrunde. Mitarbeiter des Unternehmens beteiligen sich als Kommanditisten an einer unternehmenseigenen Gesellschaft, die zum Zweck der Energieerzeugung und des Energieverkaufs gegründet wurde. Der Gewinn der Gesellschaft wird komplett an die Kommanditisten ausgeschüttet. Das Unternehmen hat bereits Anfang 2005 eine Solaranlage mit einer Leistung von 30.000 kwh Strom pro Jahr in Betrieb genommen. Eine weitere Anlage wird seit dem Jahr 2001 zur Erzeugung von Strom für den Eigenbedarf genutzt.

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