Siempelkamp Krantechnik konzipiert Krananlage für Futtermittellagerung
Geführte Vorratshaltung
J. Müller verfügt als Hafen-Terminal-Unternehmen an der Weser über eine der größten zusammenhängenden Siloanlagen Europas. Spezialisierte Terminalbetriebe in Brake und Bremen sind für das Handling hochwertiger Güter ausgerüstet.
Nach Fertigstellung eines Lagerhallenneubaus im Agri Terminal in Brake im September 2008 wurde die Lagerkapazität um weitere 40.000 mt auf gesamt 360.000 mt erhöht. Diese neue Lagerhalle verfügt über 4 Compartments von jeweils 10.000 mt und ist mit einer Spezial-Krananlage der Siempelkamp Krantechnik GmbH ausgerüstet.
Als mittelständischer Familienbetrieb konzentriert die J. Müller Agri Terminal Brake sich seit der Firmengründung im Jahre 1821 darauf, Güter sorgfältig und schonend umzuschlagen. Nahe dem Oldenburger Münsterland, dem größten Zentrum der Veredelungswirtschaft in Europa liegend, ist der Hafen Brake u.a. prädestiniert für den Umschlag, die Lagerung und Bearbeitung von Getreide, Futtermitteln, Ölsaaten,
Leguminosen, Futtermittelzusatzstoffen, sonstigen agrarischen Gütern, lebensmittelaffinen Produkten, nachwachsenden Rohstoffen, Bio-, und Mineralstoffen.
Die Verteilung der Güter innerhalb der Compartments der neuen Lagerhalle erfolgt über eine automatisierte Krananlage. Hierbei handelt es sich um eine Technik, die erstmals bei der Lagerung von Getreide, Futtermitteln eingesetzt wird. Zum Einen wird die Lagerhalle über eine Förderbandbrücke mit der Siloanlage Nord verbunden, zum Anderen besteht zusätzlich zukünftig die Möglichkeit, empfindliche Produkte schonend aus Schiffen in die Lagerhalle zu löschen. Die speziell für diesen Anwendungsfall entwickelte Sonderkrananlage der Siempelkamp Krantechnik GmbH ist als Zweiträgerhängekran im Greiferbetrieb für das Ein-, Um- und Auslagern der verschiedensten Schüttgüter konzipiert.
Der Zweiträgerhängekran läuft unter einer ebenfalls durch Siempelkamp gelieferten Kranbahn. Die Kranbrücke überspannt mit einem Spurmaß von 26 m und beidseitigen Kragarmen von 7 m (Gesamtträgerlänge also 40 m) die gesamte Hallenbreite und ist mit einer Zweischienenlaufkatze mit Windwerk ausgerüstet. Die Zweischienenkatze ist zur Optimierung der erreichbaren Hubhöhe zwischen den Brückenträgern abgesenkt ausgeführt.
Der in allen Bewegungen umrichtergesteuerte Kran erreicht eine Fahrgeschwindigkeit bis zu 63 m/min, die gleichzeitig verfahrbare Zweischienenkatze fährt ebenfalls mit 63 m/min. Kombiniert mit einer Hubgeschwindigkeit von maximal 40 m/min ließen sich so die vorgegebenen Umschlagszahlen von 400 m3/Std. realisieren. Als Lastaufnahmemittel dient ein Motorzweischalengreifer mit einem Eigengewicht von 7t und einem Volumen von 12 m3. Die Tragfähigkeit am Greifer beträgt 9t.
Eine der Vorgaben war die, dass kein Lagermaterial an den Seiten- und
an den Stirnwänden stehen bleiben darf. Aufgrund der daraus
resultierenden sehr engen Anfahrmaße musste der Kran so kompakt wie
möglich konstruiert werden. Optimale an die Hallengegebenheiten angepasste Anfahrmaße von Kran und Katze sorgen dafür, dass der Zweischalengreifer die gesamte Lagerfläche in allen vier Hallen- Compartments ohne Verluste bestreichen kann.
Eine weitere besondere Herausforderung war die Umsetzung der maximalen Hubstellung, so dass der Greifer in der zur Verfügung stehenden Hallenhöhe unter Einhaltung aller erforderlichen Abstände über die Trennwände der Compartments hinweg fahren kann. Da der Kran im Normalbetrieb bei befüllter Lagerhalle nicht über Hebebühnen erreichbar ist, wurde dafür gesorgt, dass Kran und Katze komplett mit Wartungslaufstegen und Wartungsbühnen versehen wurden und somit alle Komponenten für Wartung und Reparatur problemlos zugänglich sind und ein gefahrloses Arbeiten des Servicepersonals ermöglicht wird. Aufgrund der zu optimierenden Anfahrmaße ergaben sich teilweise sehr beengte Platzverhältnisse für die Begehung der Kranbrücke, die u.a. mittels Ausschubbühnen gelöst wurden. Bei den mit dem Kran zu handhabenden bereits genannten Schüttgütern handelt es sich überwiegend um staubende Güter, so dass bei der Handhabung des Materials mit der Aufwirbelung von Stäuben gerechnet werden muss. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass explosionsfähige Staub-/Luft-Atmosphären auftreten, mussten Zur Vermeidung von Staubexplosionen bei der Planung der Krananlage umfangreiche Sicherheits- und Explosionsschutzmaßnahmen getroffen werden. So wurden u.a. alle Antriebsmotoren und Steuerelemente für Ex-Schutzzonen ausgelegt. Die Steuerung des Kranes befindet sich außerhalb des Gebäudes in einem Steuerungscontainer. Die Anlage ist vorgesehen für den manuellen Betrieb mittels einer Funkfernsteuerung sowie für Automatikbetrieb über eine speicherprogrammierbare Steuerung mit Anbindung an die Leitwarte.
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