Steigende Energiekosten als Chance begreifen
Grüne Logistik-Immobilie
Wer Lagerhallen der alten Generation mit Logistikimmobilien der Neuzeit vergleicht, wird feststellen, dass immer mehr schmucklose Hüllen modernen Logistikimmobilien weichen. Sie zeichnen sich mit großen Lichtbändern aus, die neben dem reduzierten Stromverbrauch auch das Arbeitsklima in der Immobilie für die Mitarbeiter verbessern. Während früher Asphaltflächen die Gebäude umgaben, sind heute Grundstücks- und Dachbegrünungen zu wichtigen Faktoren geworden. Aber nicht nur äußerlich haben sich die Parameter in Richtung „Grüne Immobilie“ verschoben.
Auch das Innenleben von Logistikimmobilien steht vor einem Paradigmenwechsel. „Wurden früher ungedämmte Betonfertigteile für Sockel und Überladebrücken eingesetzt, geht es heute nur noch in gedämmter Ausführung“, sagt Jörg Schröder, geschäftsführender Gesellschafter des Gewerbeimmobilienentwicklers Alpha Industrial. Wer konservativ mit der Gasheizung warmes Wasser erzeugte, setzt heute Sonnenkollektoren zur Warmwassergewinnung ein. Zudem wurde unter anderem die Luftdichtigkeit der Außenhaut der Logistikimmobilie erhöht, was eine Reduzierung der Heizkosten bedeutet.
Jetzt hält auch die Geothermie zur Kühlung und Heizung in die Gewerbeimmobilen Einzug. „Ab einer Büro- oder Servicefläche von ca. 1.500 qm bis 2.500 qm lohnt sich der Einsatz je nach Region von Geothermieanlagen“, so Schröder. Als Investor und Vermieter von Logistikimmobilien hat er gerade eine 5.800 qm große umweltfreundliche Immobilie für Verwaltung, Werkstatt, Service und Lager entwickelt und an den Dieselmotorenhersteller Cummins vermietet. Erdwärme bringt verschiedene Vorteile mit. Sie ist praktisch unerschöpflich, "überall" gewinnbar, ständig verfügbar und mindert den CO2-Ausstoß. Schröder: „Die eingebaute geothermische Anlage mit Wärmepumpe benötigt pro Jahr für das Heizen und Kühlen rund 110.000 kW elektrische Energie, was im Fall der Cummins-Deutschlandzentrale jährlich Betriebskosten von rund € 19.000 ausmacht.“ Für eine gleichwertige Anlage mit Gas-Brennwertkessel zum Heizen und mit Kaltwassersatz zur Kühlung müsste der Mieter pro Jahr rund € 58.000 Betriebskosten aufwenden, eine Differenz also von knapp € 40.000, führt das Unternehmen als Vergleich an. Gleichzeitig muss kein Brennstoff angeliefert und vorgehalten werden und Kosten für Schornsteinfeger entfallen.
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